Dort, wo einst Krieg wütete, sind heute grüne Felder

KranzniederlegungDie Felder von EkoNiva bergen bis heute Überreste des Kriegs. Jedes Jahr finden Feldarbeiter im Rayon Liski Blindgänger, Panzerketten und Helme. Eines Tages zogen sie eine zerschlissene Soldatenjacke aus der Erde, in deren Tasche sich der Brief eines Soldaten befand. Nach vielen Jahren erreichte er so doch noch sein Ziel. Seine Mutter konnte die letzten Worte ihres Sohnes schließlich lesen.

Wie die Historiker sagen, steckt der Schaft der Siegesfahne am Ufer des Dons. Hier wurde im Juli 1942 der Feind aufgehalten, im August organisierte man einen Brückenkopf, im Januar 1943 wurden die Faschisten in den Westen gedrängt. Jeder Klumpen Erde ist durchtränkt mit der Geschichte der Kriegsschrecken, einer Erinnerung, die hier bewahrt und geachtet wird. In dieser Region stehen in jedem Dorf Obeliske, Gedenksteine, überall gibt es Soldatenfriedhöfe.

Kurz vor dem Tag des Sieges statteten Mitarbeiter der EkoNivaAgro jedem der über 1000 Einwohner, die an diesem Krieg beteiligt waren – Veteranen, Lagerhäftlinge, Arbeiter aus dem Hinterland, Kriegkinder – einen Besuch ab. Sie gratulierten Ihnen zum Festtag, dankten Ihnen für ihren Mut und ihre Ausdauer. Sie fuhren auch zu den insgesamt 16 Gedenkstätten, legten Kränze auf den Gräbern ab. Darunter auch zum Denkmal für die unbekannte Krankenschwester, die Erzählungen der Einwohner zufolge Nadjenka hieß und vielen Soldaten ihr Leben gerettet hatte. Und nur wenige Tage vor dem 9. Mai wurde am Brückenkopf Schtschutschenski ein Ehrendenkmal für den gefallenen Kommandeur des 375. Schützenregiments, Oberstleutnant Iwan Scheloputin, eingeweiht. Er hatte sein Leben auf dem Schlachtfeld verloren.  

Unteroffizier Iwan Grigorjewitsch Mukojedow (links) und  der einfache Soldat Nikolai Iwanowitsch Sernjukow mit Stefan Dürr bei der Einweihung des Denkmals „Kriegsgräberstätte Nr. 178“ (Dorf Schtschutschje, Gebiet Woronesch)Der zentrale Ort der Feierlichkeiten war der am 9. Mai eröffnete Siegespark. An der Parade nahmen Dorfbewohner, Schüler und Erzieher des Kindergartens teil. Danach erwartete die Gäste ein Konzert und Bewirtung von der Feldküche. Zum Abschluss des Festes gab es Salutsalven!

Der Betrieb Saschtschitnoje (Gebiet Kursk) hat die Nachfolge der einstigen Kolchose angetreten, deren Name „Pobeda“ den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg ehrt. Die Region Kursk hat alle Schrecken des Krieges tragen müssen: anfangs die Okkupation, dann die Panzerschlacht, ein Schlüsselereignis des Zweiten Weltkrieges. Ungefähr zwei Millionen Menschen, 6.000 Panzer und 4.000 Flugzeuge wurden während dieser Operation mobilisiert. Der 23. August 1943, der Tag der Niederlage der deutschen Truppen, wurde zum Tag der Niederlage bei Kursk. Auch bei Saschtschitnoje beging man den Tag des Sieges mit Gedenkfeierlichkeiten zu Ehren der Kriegshelden – der Einwohner des Dorfes, die in den Kriegsjahren ihr Leben gelassen hatten. Sie legten Kränze nieder, hielten eine Schweigeminute ab und überreichten den Veteranen Geschenke.

Auch der Betrieb Kaluschskaja Niva engagierte sich zum Tag des Sieges. Den Veteranen wurden Ehrenmedaillen überreicht, man legte Kränze an den Denkmälern nieder, beteiligte sich an der Umbettung eines Soldaten, der nun seine letzte Ruhestätte auf einem Soldatenfriedhof im Fersikowski-Rayon gefunden hat. Kaluschskaja Niva organisierte auch festliche Empfänge für Veteranen des Kriegs. Mit Tränen in den Augen erinnerten diese die Schrecken des Krieges, mit Freude im Herzen erzählten sie der jungen Generation, wie sie sich dem Sieg näherten. 

Für Sibirskaja Niva war der 70. Jahrestag des Sieges ein besonderer Tag. Der Krieg war in diese Region nicht vorgedrungen. Hier aber leben Menschen, die das Land in diesen schrecklichen Tagen verteidigten oder im Hinterland ihren Dienst taten. Gennadi Nikitisch Ardyschew erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Medaillen „Für Tapferkeit“ und „Für die Einnahme Wiens“ und „Sieg über Deutschland“. Danach arbeitete er in dem friedlichsten aller Sektoren, in der Landwirtschaft. Dreißig Jahre lang leitete er die Kolchose „Barrikady“ im Dorf Tschupino (Massljanski Rayon), wo heute Sibirskaja Niva ihre Felder hat. Gennadi Nikititsch ist auch ein verdienter Landwirt. Er trägt den „Rotbannerorden“ und den „Leninorden“. Man bezeichnet ihn hier als eine Legende. Mehrere Generationen von Landwirten bildete er aus, darunter auch Mitarbeiter der Sibirskaja Niva. Am 9. Mai nahm Gennadi Nikititsch Gratulationen mit Worten der Anerkennung für die Möglichkeit, in Frieden zu arbeiten, entgegen. Sibirskaja Niva beteiligte sich auch an dem Marathon der Kriegslieder. Über 100 Personen sangen gemeinsam das bekannteste von ihnen: „Djen Pobedy“. An der Gedenkstätte wurden Kerzen für die Frontkämpfer, die Arbeiter des Hinterlandes und die Gefallenen für den Frieden angezündet, die Kämpfer für den Großen Sieg!

Von Svetlana WEBER, Anna BORDUNOVA, and Yulia SALKOVA

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