Brisantes Thema - Kein Schatten ohne Licht

Über die Situation auf dem russischen Markt der Import-Landtechnik und die Perspektiven für 2015 sprachen wir mit unmittelbar betroffenen Akteuren.

Arne Bergmann, Verkaufsleiter der Landtechnik von John Deere in Russland:

Im letzten halben Jahr hat sich die Lage auf dem russischen Markt erheblich zugespitzt, der Rubelkurs ist praktisch auf die Hälfte gegenüber dem US-Dollar und dem Euro gesunken, der Preis von Finanzierungen demzufolge erheblich gestiegen. Landwirte konnten in der Regel ihre Investitionen in technische Anlagen innerhalb von 4-5 Jahren, gelegentlich innerhalb von 6-8 Jahren decken. Heute sind leider die Voraussetzungen für solche Rücklaufzeiten nicht mehr gegeben.

Auf der anderen Seite gehen wir davon aus, dass viele Landwirte auch weiterhin in hochwertige Technik investieren werden. Wir rechnen auch damit, dass die Landwirte ihren Maschinenpark von John Deere in einem guten Zustand halten wollen. Gemeinsamt mit unseren Vertragshändlern sorgen wir dafür, dass die erforderlichen Ersatzteile und Komponenten, aber auch die Bedingungen für die Bereitstellung von Serviceleistungen garantiert sind.

John Deere hält an seinen Zielen für den Russlandmarkt uneingeschränkt fest. Wir glauben an das Potential des russischen Landtechnikmarktes. Wir werden die Landwirte weiterhin unterstützen, dieses Potential zu erkennen und zu nutzen. Selbstverständlich gibt es Faktoren, die außerhalb unserer Kontrolle liegen und das Entwicklungstempo beeinflussen können. Wir als Hersteller werden auch weiterhin den Umfang der Lokalisierung der Produktion ausweiten. Wir werden außerdem unser Händlernetz weiterentwickeln. Gesondert verdient das wichtige Entwicklungsgebiet der integrierten Entscheidungen erwähnt zu werden. Die Landtechnik ist ein integraler Bestandteil einer sehr komplexen Kette von Prozessen. Die Händler bieten dabei neue intelligente Lösungen im Bereich der Serviceleistungen an, John Deere konkret – Software und Lösungen für das Management. Und dabei gilt: Welche Schritte wir auch unternehmen, wir werden immer unserem Grundprinzip treu bleiben: Beste Qualität steht über allem.

Маrco Bersellini, Geschäftsführer JCB in Russland:

Die Lage auf dem russischen Markt bleibt relativ ungewiss. Der Preisverfall beim Öl und die Abwertung des Rubels haben die allgemeine Entwicklung des Markes erheblich beeinflusst. Dabei steht der Agrarsektor besser da als andere Branchen. In den nächsten drei Jahren rechnen wir mit einem Anstieg der Milchproduktion, der Herstellung von Fleisch und anderen Landwirtschaftserzeugnissen. Die Zunahme der Investitionen wird Neugründungen landwirtschaftlicher Betriebe fördern und das Produktionsvolumen steigen lassen. Somit werden Landmaschinen – Teleskoplader, Traktoren, Mähdrescher – stärker nachgefragt sein.

Wir glauben, dass das Jahr 2015 noch große Möglichkeiten für die Entwicklung des Landmaschinenmarktes bieten wird. Die grundlegende strategische Ausrichtung wird für uns die Ausweitung unserer Präsenz auf dem russischen Markt sein, die Suche neuer Händler in den Regionen, in denen wir gute Potentiale sehen, etwa im Fernen Osten. Wir planen außerdem, neue Produkte auf den Markt zu präsentieren, damit unsere Händler die russischen Kunden besser erreichen können. Wir konzentrieren uns auf die Arbeit mit unseren wichtigsten Kunden, großen Landwirten, wollen aber auch kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe nicht aus dem Blick verlieren. Wir sind nämlich überzeugt: JCB kann ihnen gemeinsam mit seinen Händlern effektivste Lösungen für beliebige landwirtschaftliche Arbeiten und die beste Servicequalität der Branche anbieten.


Leopold Einböck, Geschäftsführer der Einböck GmbH

Vor uns liegt ein schweres Jahr. Die politische Situation erschwert nicht nur unseren Stand auf den Märkten der Ukraine und Russlands. Auch in Europa investieren die Bauern weniger in Landtechnik, weil sie ihre Produkte schlechter absetzen können. Ein wichtiger Exportmarkt – Russland – ist für sie nicht mehr zugänglich. Dennoch ist unsere Lage insofern günstig, als wir zuverlässige Partner und Händler haben, die den Markt entwickeln und unsere Produkte dort vertreten und verkaufen.

Wir glauben fest daran, dass diese schwierige Phase bald vorübergeht und hoffen, dass unsere Politiker bald eine Lösung für die aktuellen Probleme finden, dass wir unsere freundschaftlichen und kollegialen Beziehungen zu unseren internationalen Partnern weiter pflegen und die Entwicklung des Marktes fortsetzen können.

Wir setzen alles daran, noch schneller auf die Anfragen unserer Kunden zu reagieren und zu tun, was in unseren Kräften steht, um unsere Händler in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit zu unterstützen.

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