Roboter und / oder Menschen?

13.12.2013 - Die Automatisierung der Landwirtschaft und der Einsatz von Robotertechnik sind bereits Wirklichkeit geworden. Roboter bedienen Tiere in Betrieben, intelligente Systeme steuern einen Traktor ohne Mechanisator. Was aber bleibt den Menschen noch zu tun?

Wer sind sie nun, die Roboter – des Menschen Freund oder Feind? Über diese Fragen sprachen wir mit EkoNiva-Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion.

Der Faktor Mensch

Witali Poljakow, Ingenieur für die Getreideverarbeitungstechnik bei der OOO EkoNiva-APK Holding:

„In der Getreidewirtschaft von EkoNiva sind alle Produktionsprozesse automatisiert. Das ermöglicht uns vor allem eine gewisse Unabhängigkeit vom Faktor Mensch, eine Risikominimierung. Die Lagerung von Getreide ist schließlich eine echte Kunst, die kleinste Fahrlässigkeit und Unaufmerksamkeit können zu großen Verlusten und Kosten führen. Das betrifft besonders die Lagerung und Trocknung von Saatgut, bei dem eine strenge Qualitätskontrolle des Saatmaterials erforderlich ist.

Zweitens sind automatisierte Systeme eine Antwort auf die Frage des Fachkräftemangels. Es ist heutzutage ausgesprochen schwierig, qualifizierte Experten zu finden. Man muss sie entweder abwerben, oder junge Leute einstellen, die man dann selbst ausbildet.

Im Ergebnis sparen wir Zeit und Geld. Den größten Getreidespeicher von EkoNivaAgro mit Kapazitäten bis 30.000 Tonnen bedienen lediglich sechs Mitarbeiter in einer 8-Stunden-Schicht!“

Unausweichliche Realität

Stefan Dürr, Präsident der Unternehmensgruppe EkoNiva:

„Heute melken Roboter die Kühe, morgen werden sie die Fütterung übernehmen und übermorgen den Pflanzenbau managen. Der Einsatz von Robotertechnik in landwirtschaftlichen Prozessen ist eine unumgängliche Entwicklung. Es besteht kein Anlass, sie zu fürchten. Die Roboter befreien die Menschen von routineartigen mechanischen Aufgaben und ebnen ihnen den Weg zu intellektueller Arbeit. Sie setzen Zeit frei für eine Weiterqualifizierung im Beruf, für eine Qualitätssteigerung der Arbeit und für das persönliche Leben. Die Zeiten, in denen man stumpf tagein tagaus die gleichen Handlungen ausgeführt hat, gehen allmählich vorbei. Das ist ein Gewinn für alle Seiten – für den Betrieb und für den Menschen."

Eine andere Wirtschaft!

Roman Litwinow, erster stellvertretender Direktor der OOO EkoNivaAgro:

„Der Einsatz verschiedener Systeme zur Automatisierung der Landwirtschaft ist in jeder Hinsicht ein Gewinn: hinsichtlich der Präzision und Transparenz der Produktion, der Systematik der Bodenbearbeitung und der Mitarbeiterdisziplin. Wir haben es folglich mit einer anderen Wirtschaftsweise zu tun. Intelligente Systeme ersetzen nicht den Menschen. Sie optimieren die Arbeit eines Betriebes und eröffnen Möglichkeiten einer neuen Qualität der Prozesssteuerung.“

Alles unter Kontrolle

Sergej Kapustin, Agronom für Präzisionsackerbau der EkoNiva-APK Holding:

„Eine effektive Landwirtschaft ist heute ohne Systeme des Präzisionsackerbaus nicht mehr vorstellbar. In unseren Betrieben setzen wir das Präzisionsackerbau-System „NivaKontrol“ ein. Mit Hilfe von Daten aus einem Satelliten errechnet es die Menge des auszubringenden Mineraldüngers. Dadurch konnten bereits 10-15% der Kosten für Düngemittel eingespart und die Ernteerträge um 5-7% gesteigert werden.

Mit Hilfe eines Monitorings der Landtechnik kontrollieren wir alle Bewegungen der Maschinen, sehen es, wenn der Mechanisator die Geschwindigkeit bei der Aussaat erhöht, wenn er sich vom Arbeitsplatz entfernt. Wir konnten Ölverluste stoppen und 6-8% Dieselkraftstoff einsparen.

Die Arbeitsbelastung der Buchhaltung ist zurückgegangen. Der Dokumentationsaufwand ist geringer, Fälschungen bei der Dokumentation sind nicht mehr möglich. Alle Daten von den Feldern erreichen online sofort die Buchhaltung. Die Buchung der Brenn- und Schmierstoffe erfolgt automatisch, die Berechnung der Löhne erledigt das System „1С Buchgalterija USChP“.

Swetlana WEBER, Julia SALKOWA, Jekaterina GALUSCHKINA

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