Smart Farming

Neben dem Verkauf von Landtechnik und dem Ersatzteilgeschäft baut die EkoNiva-Technika derzeit mit dem Smart Farming ein weiteres Geschäftsfeld auf, das die Kundenbindung und -zufriedenheit weiter stärken und das Unternehmen für die digitalisierte Zukunft aufstellen wird.

Während die Produktivität in der Landwirtschaft in der Vergangenheit vor allem durch größere und moderne Maschinen – und somit vor allem durch eine Steigerung der bearbeiteten Fläche pro Stunde – ausgeweitet werden konnte, ist es durch Smart Farming möglich, auch die Qualität der Ernte sowie den Ertrag je Hektar auszubauen und gleichzeitig die Kosten deutlich zu senken.

Durch den Einsatz von modernsten Techniken, wie N-Sensor, Drohnen, Ertragskarten, Satelliten und Bodenscannern können Böden detailliert analysiert werden und auf diese Weise sowohl die Aussaat als auch die Düngung je nach Bodenqualität bedarfsgerecht angepasst werden.

Großes Potential – vor allem in Russland

Weltweit ergibt sich für die Digitalisierung der Landwirtschaft ein Marktvolumen von rund 240 Mrd. US-Dollar pro Jahr im Jahr 2050. Besonders in Russland bietet sich aufgrund der großen Ackerflächen der Einsatz von Smart Farming Lösungen zur Effizienzsteigerung an. Germany Trade & Invest (GTAI) schätzt, dass sich der Markt für digitale Technologien in der russischen Landwirtschaft bis 2026 auf rund 25 Mrd. Euro verfünffachen könnte. Um die heimische Digitalisierung darüber hinaus zu unterstützen, fördert die russische Regierung mit dem Programm „Digitalisierung der Landwirtschaft“ ab 2019 die Anwendung von IT-Lösungen auf den Feldern.

Gemeinschaftsprojekt „Lead Farms“ mit John Deere

In der Saison 2017/2018 startete die Gesellschaft im Gebiet Woronesch gemeinsam mit John Deere das Projekt „Lead Farms“, in dessen Rahmen die neuen Technologien auf einer Gesamtfläche von knapp 1.000 Hektar unter realen Bedingungen angewandt wurden. Für Winterweizen, Körnermais und Sojabohnen wurden auf mehreren Feldern, angepasst an die Bodenbeschaffenheit der jeweiligen Fläche, variable Aussaat- und Düngungsverfahren eingesetzt. Die ersten Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend. So konnten bspw. beim geernteten Winterweizen bei gleichem Ertrag Düngemittel gegenüber der herkömmlichen Standarddüngung eingespart werden.

Ausweitung der Feldversuche in 2018/2019

In der kommenden Saison sollen die bisherigen Tests nun ausgeweitet werden. Geplant sind eine verbesserte Datenerfassung und -qualität auf einer deutlich größeren Fläche von rund 30.000 Hektar. Während bisher Rasterstichproben auf bspw. 10 Hektar großen Flächen vorgenommen wurden, ermöglicht die Smart Farming Technologie auf kleineren Teilflächen (sogenannten„management zones“) mittels Bodenprobenahmen und Drohnenmessungen ein genaueres Bild von der tatsächlichen Bodenbeschaffenheit zu geben. Dies ermöglicht eine noch individuellere Aussaat und Düngung und damit auch noch bessere Ergebnisse.

Markteinführung ab 2020 geplant

Sobald die Ergebnisse der ersten beiden Erntephasen ausgewertet und evaluiert sind, sollen auch die EkoNiva-Technika Kunden schnellstmöglich von den Vorteilen des Smart Farming profitieren. Deshalb plant das Management, ab 2020 neben dem Verkauf von Landtechnik auch Service-Leistungen im Bereich Smart Farming anzubieten. Die EkoNiva-Servicekräfte stehen den Kunden beratend zur Seite, bieten Trainings an, übernehmen den technologischen Aufbau und die Datenverarbeitung sowie die vorbeugende Wartung und Instandhaltung der Smart Farming Technologien. So können russische Landwirte künftige von einer Reduzierung ihrer Eingaben, wie Saatgut, Düngemittel, Pestiziden oder Treibstoff profitieren und gleichzeitig die Getreidequalität und -erträge steigern.